Windklangskulpturen
"Wie aus feinen Seidenfäden webt sich ganz sacht ein Tongespinst in die Wiese - es
scheint aus der Wiese selbst zu kommen und offenbart sich den Wachen, Neugierigen
und Geduldigen, wenn der Wind die Luft bewegt.
Das Lauschen
auf die zarten Tongebilde schafft einen eigenen akustischen Raum in einem meist
auditiv vernebelten Umfeld.Diesen
Raum betreten zu können, aus dem üblichen Gegenüberstehen
ein im Klang sein zu machen, ja selbst resonierende Stele und Saite werdend,
harmonikale Gesetzmäßigkeiten zu erleben, und eine Verbindung zu schaffen zum
immerwährend lauschenden Ort als Pol des
Konkreten ist der Wunsch.
Ich verstehe die Stelen auch als
Akupunkturnadeln in der Landschaft, die Erdmeridiane zu stimulieren vermögen,
den Ort, der oft gefärbt ist durch die ihm innewohnenden Energien menschlichen
Handelns, erinnernd und neutralisierend- durch die allgemeingültigen Klänge der
Naturtonreihe.
Diese Klänge sind leise, aber gut vernehmbar,
verursachen also kein zusätzliches auditives Chaos, bilden zu diesem einen
Kontrast durch ihr leises Sein, ähnlich Parks und Friedhöfen, die inmitten des
urbanen Tosens Orte von Stille sein können.
Sowohl
die amorpheren als auch die strenger kubischen Formen sind überwiegend langgestreckt und
aufrecht, die saitene Seele im Inneren bergend. Die einzelnen Stelen sind
wahlweise fest im Erdreich verankert oder so mit diesem verbunden, daß sie in
und aus dem Wind gedreht werden können.
Der Pfahl als Verbindungselement
der himmlischen und irdischen Ebenen und Kräfte ist formgebendes
Gestaltungselement, aus dem wurzelnden Halt heraus wächst und verzweigt er sich
in ein feines Tongeäst.. Das (witterungs- ) beständige Eichen -& Robinienholz
gibt den sich ständig wandelnden Tonreihen dabei Halt. Das formal Elementare
ist Spiegel für die klaren (natur-) harmonikalen Gesetzmäßigkeiten, denen die
entstehenden Obertonreihen unterliegen und betont durch die absolute Reduktion
das eigentlich zauberhafte Geschehen.
Harfen- oder
Zitternwirbel ermöglichen ein Stimmen der einzelnen Stahl- bzw. Nylonsaiten.", Seba Setjan David, 2005
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