Die Weltentür im hohen Fläming
Die Landschaft ist eine riesige
Siedlung, für Pflanzen, Tiere, Menschen...
Sie unterliegt seit Jahrhunderten/
Jahrtausenden einem stetigen Wandel
ihrer Gestalt und ihrer Bewohner.
Diese
prägen die Landschaft auf ihre Art...
(z.B. Robinie - Neusiedler im Fläming, ähnlich
den Flamen).
Die Landschaft ist voll natürlicher
Behausungen, Wohn-, Lebensräume
mit unsichtbaren Durch/ Übergängen....
die Tür bezieht sich darauf, als
Eingang, Ausgang... fokusiert sie diese.
Eine Hecke, ein Baum ist ein eigener Raum,
ein Haus,
(wer wohnt dort? Menschen, Tiere,
Geister, Kobolde, Feen...,
wohnte dort jemand, bevor die Hecke/ der Baum
wuchs ? Da steht eine Tür in die Gedankenwelt.
Gleiches gilt für andere
"Räume" wie Waldlichtungen, Wald/ Feldränder,
Seeufer, Baumkronen, Erdhöhlen,
Wildwechsel, Wüstungen ...
Die Tür als Kennzeichen solch eines
Raumes, eines Durchganges
innerhalb einer Grenze zwischen Räumen,
( Zimmer, Haus, Wald-Wiese,
Land-Wasser, Innen- Außen), läßt diese
sie umgebende Trennlinie/ Wand
vom Betrachter mitassoziieren.
Die Tür steht als Symbol sowohl für
menschliche Besiedlung, Abgrenzung,
Schutz, Raumnahme, im konkreten Fall
der Neubesiedlung des Flämings durch die Flamen...,
als auch für den Kontrast zwischen
Mensch und Natur (in Formensprache und Material).
(wobei z.B. auch Insekten Türen in
Erdhöhlen bauen...)
Wieso soll man eine Tür öffnen, wenn
Rechts und Links von ihr alles offen ist ...
weil das Öffnen einer Tür
(zumeist) ein Akt bewußten Handelns ist und sich so
eine andere Art von Wahrnehmung und Raum öffnet.
Also eine Aufforderung, den Raum hinter und vor der Tür
neu wahrzunehmen,
sie als Schwelle zu betrachten, hinter
der etwas (Anderes, Altes oder Neues)
wohnt.
Im Bezug zu dem mythologisch
bedeutungsgeladenen Baum (der Weide) steht sie auch
als Schwelle in die schamanische
Anderswelt.
Viele (flämische) Siedlungen in der
Region bestehen nicht mehr, von manchen zeugen Reste.
Die Tür markiert eine solche Siedlungswüstung ( Groß Glien),
am deren alten Dorfteich stehend.
Der Steinrahmen als solide feste
Konstruktion unterstreicht das Absurde und verweist
auf das die Tür umgebende Material, auf
das fehlende Haus und die regional typische Art zu Bauen.
Im Türblatt ist eine Klanginstallation
als "Türglocke" integriert, die bei Bewegen der Tür leise erklingt,
(Metallplättchen, Qui Gong Kugeln),
eine neue zauberhafte Athmosphäre schafft und
die anderen "Bewohner" ruft.
Gäste
und neue Bewohner bringen Neuigkeiten..., die sich in das Gewebe und
die Struktur des Ortes, einer Kultur
und ihrer Traditionen einflechten,
diese(n) durchmischen, neu
strukturieren.
Die Türinnenseite markiert einen neuen,
privaten Raum, den der Weidenbaum schafft,
eine andere Welt, deren Wesen man sich
durch das Passieren der Tür öffnen kann.
„Urkirche Wald“
eine Meditation
Installation in der
ehemaligen Kirche der Wüstung Groß Glien
Eine Baumgruppe aus
überwiegend Eschen sowie Hecken beschreiben durch ihren Wuchs und Anordnung auf
eindrucksvolle Weise den ehemaligen Raum, den das Kirchenschiff eingenommen
haben muß, dass durch Grundmauerfragmente erkennbar ist.
Die Bäume spüren den sakralen
Raum, verstärken ihn auf ihre Art.
Den Weg in die Baumkirche markiert
eine Feldsteinlegung.
Um in diesem Raum, seiner
Athmosphäre anzukommen, sind große Feldsteine als Sitzgelegenheiten im
Kirchenschiff angeordnet.
Auf ihnen sitzend kann man
sich auch der visuellen Meditation widmen, die im Altarbereich aufgehängt ist.
Dabei handelt es sich um eine
angeleitete „Sehübung“, in Anlehnung an die „Tafeln von Chartres“, eine Zigeunermeditation
aus dem Umfeld der Kathedrale zu Chartres/ Frkr.
Diese ermöglicht andere
Blickwinkel und Sehensweisen auf die Welt(en), eine äußere und innere Schau.
Die Kirche wurde am
31.10.2010 in einem gemeinschaftlichen Ritual geweiht.
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